Kurzer geschichtlicher Überblick
In der Region Mesopotamien, zwischen Euphrat und Tigris, waren eine solch große Zahl von Völkern aktiv, so dass ich hier nur einen kurzer Überblick geben möchte.
Zwischen 4000 und 3000 v.Chr. entstanden in diesem Gebiet im Norden die ersten Stadtstaaten der Sumerer, südlich in dieser Region waren die Elamiter aktiv. Etwa um 3000 v.Chr. tauchte die Keilschrift zum ersten mal auf und die Bronze wurde erfunden. Um 2800 eroberte die Stadt Ur andere Städte und dehnte seine macht bis in den Süden aus. Ca. 2370 v.Chr besiegte Sargon der Semite Ur und seine Familie übernahm für etwa 500 Jahre die Herrschaft über ganz Mesopotamien. Um 1900 v.Chr. begann der Aufstieg der Babylonier und gipfelte in der Regierungszeit des Hammurabi (ca. 1709-1669) der die erste bekannte Bibliothek errichten und ein modernes Gesetz niederschrieben ließ. Ab 1200 v.Chr. ging Babylon unter und die Assyrer übernahmen die Herrschaft. Einer der Bekanntesten Herrscher dürfte wohl Assurbarnipal (ca. 670-625) gewesen sein.
Die Hunde in Mesopotamien
Frühsumerische Siegel (ab 3000 v.Chr.) zeigen oft schwere Hunde mit breitem, massigen Kopf. Dieser Hundetyp hat eine sehr grosse Ähnlichkeit mit unseren heutigen Mastiffs und diente in erster Linie der Jagd auf Löwen und Wildschwein und als Kampfhund. Auf späteren akkadischen Siegeln tauchen diese Hunde hauptsächlich in der Funktion als Hirtenhunde auf.
Neben den allgegenwärtigen Pariahunden scheinen auch in der Meute jagende Stöberhunde beliebt gewesen zu sein.
Hunde in der Mythologie
Überliefert ist uns aus akkadisch-babylonischer Zeit die Göttin Gula. Sie galt als Schutzgöttin der Hunde (was sehr gut den Stellenwert der Hunde in Mesopotamien zeigt), und als Muttergöttin aus dem Zentrum der Welt, wo sie den Baum bewässert der die Erdachse bildet.
Ihr werden Heilbringende und Krankheitbringende Fähigkeiten nachgesagt.
Als Geschenk brachte man ihr oft Hunde aus Ton mit.
Die ersten Kampfhunde
Kurzhaariger Kriegs- und Jagdhund
Babylon; Relief ca. 2200 v.Chr.
Etwas aber unwesentlich später als die Wind- und Jagdhunde tauchen in Mesopotamien sehr grosse, kräftige Hunde mit hängenden Ohren auf. Diese Mastifftypen wurden als Wach- und Kampfhunde eingesetzt. Eine Ausnahme war die oben genannte Jagd auf Löwen und Wildschwein, die nicht mehr dem Nahrungserwerb, sondern dem Vergnügen der Priviligierten diente. Diese Verwendung der Hunde gipfelte in den Arenen wo solche Hunde zur Unterhaltung gegen Bären, Löwen und Esel kämpfen mussten.
Der ursprüngliche Mastiff dürfte der erste gezielt auf Stärke und Kampfbereitschaft gezüchtete Hund gewesen sein
*Annahmen das heute lebende Rassen von diesen Mastiffs abstammen ist nicht naheliegend. Der Mastiff und die Molosser heutiger Tage gehen auf Züchtungen » der Römer zurück, wie wir noch sehen werden.*
Die Assyrer
setzten schließlich diesen Hundetyp ausschließlich als Kriegshund ein.
"Indische Hunde" in Mesopotamien
Tibet Dogge
Ca. 1000 v. Chr. tauchten im Altertums „indische Hunde“ oder die tibetanische Dogge auf, hierbei handelt es sich wohl meist um Mischlinge aus den Original-Tibetern und den heimischen großen Hundeschlägen aus dem Vorderen Orient. Diese Hunde galten als besonders wild und gefährlich, in der Wut kaum zu bändigen, mit ausgeprägter Eignung für den Einsatz als Kriegshunde.
Um 500 v. Chr. optimierten Assyrer, Sumerer und Perser die "tibetanische Dogge" zur Waffe, indem sie die Tiere mit aggressiven, einheimischen Hunden kreuzten. Das Halten und das Züchten dieser Hunde dürfte sehr kostspielig gewesen sein. So berichtet ein Chronist das die Hunde des persischen Königs die Steuern von vier Städten kosteten.
Daraus entstand der Molosser, der im großen Stil im alten Molossis in regelrechten Hundefarmen gezüchtet wurde.
Jagd auf Wildesel
Assyrer zur Zeiten Assurbarnipals
ca. 670-625 v.Chr.

