Kurzer Überblick
Vechta liegt in im Oldenburger Münsterland in unmittelbarer Nähe des Naherholungsgebietes Dümmer (Abb.1). Die Burg Vechta gehört zu den sogenannten Tieflandburgen und wurde wahrscheinlich unter Benno II. etwa1076 gegründet. Ihre Erscheinungsform ist mittelalterlich und der von einem Graben umschlossene und ursprünglich mit Wasser umgebene Burgplatz mit den Wirtschaftsgebäuden bildet die sogenannte Vorburg (II). Der dem Wohnen und der Verteidigung dienende Gebäudekomplex stellt die eigentliche Wohn- und Wehrburg dar (I) (Abb.2).
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Tierknochenfunde der Burg Vechta
Im Zuge der Ausgrabung der Vechtaer Burg im Sommer 2005 wurden insgesamt 995 Knochen und Knochenfragmente geborgen. Von diesen konnten 709 unterschiedlichen Tierarten zugeordnet werden. 286 Knochenfragmente ließen sich nicht bestimmen. Die Untersuchung des vorhandenen Fundmaterials ergab eine Mindestindividuenzahl von 42 Tieren. Der Großteil der gefundenen Knochen stammt aus dem Abraum und dem Burggraben. Die Funde der Ausgrabung lassen sich in den Zeitraum 11. bis 19. Jahrhundert datieren.
Es ließen sich folgende Tierarten bestimmen...
Abbildung 3:
Gefundene Knochenfragmente von Nutz- und Wildtieren in der Burg Vechta. Hunde machen nur 3% des Fundgutes aus.
Die Artenverteilung zeigt, dass die Rinderhaltung und die damit einhergehende Nutzung der Tiere als Schlacht-, Milch- und Arbeitsvieh größere Bedeutung hatte als die Zucht von Schweinen, Schafen bzw. Ziegen und Haushühnern (siehe Tabelle).
Der Hund im Fundgut von Vechta
Mit einem Anteil von etwa 3 % an der gesamten Knochenzahl der Haus- und Wildtiere entspricht der Fund von Burg Vechta in etwa dem anderer nordeuropäischer Fundorte. Selten ist der Anteil höher als 5 %. Der Großteil der im Fundmaterial gefundenen Hundeknochen gehören zu einem erwachsenen Individuum. Ein Hund starb bereits im Welpenalter und wurde nur 5 - 8 Wochen alt. Insgesamt konnten drei Hunde (2 Erwachsene und 1 Welpe) aus den vorhandenen Knochen ermittelt werden. Eine nähere Untersuchung der Hundeknochen auf Körpergröße,Typus und andere Merkmale hat noch nicht stattgefunden. Über Größe und Wuchs dieser Hunde kann daher keine Angabe gemacht werden.
Besonders auffällig ist der Oberschenkelknochen (Femur) eines erwachsenen Hundes der eine krankhafte Veränderung zeigt (Abb. 4). Ein dornartige Verknöcherung sitzt an der Innenseite des Knochens. Hierbei könnte es sich entweder um einen verknöcherten Sehnenansatzes handeln der nach einem Muskelriss nicht richtig verheilt und somit verknöchert ist, oder um eine genetisch bedingte Anomalie. Die Wucherung muss bei dem Hund große Schmerzen am betroffenen Muskel ausgelöst haben.
Auffälliger Oberschenkelknochen eines Hundes...
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Haustiere im mittelalterlichen Vechta
Um das Leben und Denken der Menschen zu verstehen, die vor Jahrhunderten das hinterlassen haben, was durch die Ausgrabung der Burg Vechta wieder zutage kam, ist es wichtig, sich ein möglichst plastisches und anschauliches Bild der damaligen Zeiten, aus denen ein Großteil der Funde und Befunde stammt – nämlich des Mittelalters ab dem 11. Jahrhundert und der Frühneuzeit – zu verschaffen. ...siehe auch » Mittelalter
MERCATUM - Das Projekt
Der Förderverein "Mittelalterzentrum Vechta e.V." stellt sich die Aufgabe, auf dem 10 ha großen historischen Gelände der Zitadelle im Herzen Vechtas eine mittelalterliche Kleinstadt im Zeitfenster 13. – 14. Jahrhundert zu errichten.
» www.mittelalter-zentrum.eu
Text, Daten und Abb. 4 aus; Die Tierknochenfunde der archäologischen Ausgrabung der Burg Vechta, Auswertung 2005/2006 Katja Mahlitz-Frey und mit freundlicher Unterstützung von » www.knochenarbeit.de




